Christus begegnen – aber wie?

Wenn der Mensch die Sehnsucht nach Glück, die ihm das Herz verbrennt, stillen möchte, dann muss er seine Schritte zu Jesus hinlenken. Christus ist nicht weit von ihm.

In Wahrheit ist unser Leben hier auf Erden ein ständiges Begegnen mit Christus:
mit Christus, gegenwärtig in der Heiligen Schrift als Wort Gottes;
mit Chri­stus, gegenwärtig in seinen Dienern als Lehrer, Priester und Hirte;
mit Christus, gegenwärtig im Nächsten und insbesondere in den Armen, den Kranken, den Ausgestoßenen, die seine leidenden Glieder sind;
mit Christus, gegenwärtig in den Sakramenten, in denen sich sein Heilswirken fortsetzt;
mit Christus, dem Gast in unserem Herzen, in dem er wohnt, in dem er sein göttliches Leben mitteilt.

JOHANNES PAUL II.

Rainer Maria Rilke: Gott, du bist groß

Gott, du bist groß.

Du bist so groß, daß ich schon nicht mehr bin,
wenn ich mich nur in deine Nähe stelle.
Du bist so dunkel; meine kleine Helle
an deinem Saum hat keinen Sinn.
Dein Wille geht wie eine Welle
und jeder Tag ertrinkt darin.

Nur meine Sehnsucht ragt dir bis ans Kinn
und steht vor dir wie aller Engel größter:
ein fremder, bleicher und noch unerlöster,
und hält dir seine Flügel hin.

AUS DEM BUCH VOM MÖNCHISCHEN LEBEN