Von der Kraft der Träume

Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen die Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung, aus Jerusalem kommt das Wort des Herrn.
Er spricht Recht im Streit vieler Völker, er weist mächtige Nationen zurecht [bis in die Ferne]. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum und niemand schreckt ihn auf.
(Micha 4,1–4)


VON JUTTA MÜLLER-SCHNURR

Wo träumt ihr am liebsten? Und von was?

Letzte Woche, im esg-Garten im Liegestuhl, bei einem Tässchen Kaffee und Irmis leckerem Kuchen – da träumte es sich gut. Vom Sommer. Vom Ende des Semesters, das kaum begonnen hat, vom süßen, faulen Leben, nichts mehr erledigen zu müssen – einfach herrlich … und gefährlich, denn wie schnell verträumt man sich da und verpasst das Seminar, zu dem man doch eigentlich unbedingt gehen wollte, verpasst die Arbeitsgruppe, die auf mich, meinen Input, meine Fragen wartet, ja wie schnell verpasst, verträumt man da das Leben, das Studium, die Arbeit, für die wir doch eigens hierher nach Bamberg gekommen sind.

Träume sind gefährlich. Weiterlesen

WM-Fürbitten

Finanzkrise, Kriege und Konflikte verunsichern viele Menschen, machen ihnen Angst, lassen sie durchdrehen oder hoffnungslos werden. Aber dennoch hat die Fußball-Weltmeisterschaft begonnen, viele freuen sich und fiebern mit.
Unser Gott, lass nicht nur die Mannschaften gewinnen, sondern führe auch alle Menschen so zueinander, damit sie alle – ob groß oder klein, reich oder arm, Mann oder Frau – sich ins Angesicht schauen können; damit alle gewinnen.

Kyrie: Wo Menschen sich vergessen…

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen…“

Wir jedoch wollen oft unsere alten Wege nicht verlassen. Es ist viel bequemer, auf den gewohnten Pfaden weiterzugehen, auch wenn wir wissen, dass sie in die falsche Richtung führen. Herr, erbarme Dich.

„Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken und neu beginnen…“

Wir jedoch sind oft nur auf uns selbst fixiert. Obwohl wir wissen, dass andere unsere Liebe brauchen, tun wir uns schwer damit, sie bedingungslos zu verschenken. Christus, erbarme Dich.

„Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen…“

Wir jedoch sind oft nicht bereit zu vergeben. Obwohl wir selbst unter der Zwietracht leiden, sind wir oft nachtragend und bauen um uns selbst eine Mauer des Hasses auf. Herr, erbarme Dich.