Ewigkeitssonntag – Hoffnung

Die Predigt von Prof. Dr. Henrik Simojoki

I/1     Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treiben.

Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt, den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muss man leben
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Vier Jahreszeiten

Die Predigt vom Unigottesdienst von und mit Pfarrer Jürgen Harder.

„Irgendjemand im Vorbereitungsteam hatte die Idee und die anderen ließen sich schnell anstecken: „Vier Jahreszeiten”, das soll das Thema des heutigen Gottesdienstes sein. Kaum stand dieses Motto im Raum ereilte uns ein herbstlicher Brainstorm und die Ideen und Assoziationen purzelten nur so heraus. Von Vivaldi über das erste Buch Mose auf italienisch und das Urvertrauen hin zum Change Management und schließlich der Frage, wie sich Blätter am besten konservieren lassen (Laminieren, Kühlschrank oder Pressen?). Weiterlesen

Vertrauen zu Gott

Und er sprach: „Das Reich Gottes ist so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst, ohne dass er’s weiß. Denn die Erde bringt von selbst Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre.“ (Markus 4, 26-28)

Die Predigt zu diesem Bibelwort von Pfarrerin Bettina Sperl

Die Zeit drängte. Morgen mittag soll ich die Arbeit eingeschickt haben. Aber ich komme nicht weiter. Ich bin einfach zu müde. Heute denke ich: Es war einer meiner besten  Entschlüsse  einfach ins Bett zu gehen  und zu schlafen. Ob sich nachts das Problem in meinem Kopf selbst entwirrt hat.  Ob der liebe Gott Erbarmen hatte mit mir?Ich weiß es nicht. Tatsache war: Am nächsten Morgen  konnte ich die Arbeit  zügig zu Ende bringen. Als hätte es nie ein Problem gegeben.

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Von der Kraft der Träume

Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen die Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung, aus Jerusalem kommt das Wort des Herrn.
Er spricht Recht im Streit vieler Völker, er weist mächtige Nationen zurecht [bis in die Ferne]. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum und niemand schreckt ihn auf.
(Micha 4,1–4)


VON JUTTA MÜLLER-SCHNURR

Wo träumt ihr am liebsten? Und von was?

Letzte Woche, im esg-Garten im Liegestuhl, bei einem Tässchen Kaffee und Irmis leckerem Kuchen – da träumte es sich gut. Vom Sommer. Vom Ende des Semesters, das kaum begonnen hat, vom süßen, faulen Leben, nichts mehr erledigen zu müssen – einfach herrlich … und gefährlich, denn wie schnell verträumt man sich da und verpasst das Seminar, zu dem man doch eigentlich unbedingt gehen wollte, verpasst die Arbeitsgruppe, die auf mich, meinen Input, meine Fragen wartet, ja wie schnell verpasst, verträumt man da das Leben, das Studium, die Arbeit, für die wir doch eigens hierher nach Bamberg gekommen sind.

Träume sind gefährlich. Weiterlesen

Keine Berührungsängste!

Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach:
»Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt: Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.
Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.
Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.
Denn in ihm leben, weben und sind wir.«
(Apg 17,22–28a)


VON JUTTA MÜLLER-SCHNURR

Keine Berührungsängste – das zeigt Paulus, als er im Zuge seiner zweiten Missionsreise in Athen auf die Welt der Bildung und des Wissens, der Philosophie und des akademischen Diskutierens trifft. Keine Berührungsängste! Weiterlesen