Dietrich Bonhoeffer: Glaubensbekenntnis

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Willi Beppler: Ökumenisches Glaubensbekenntnis

Wir glauben an Gott, den Vater,
den Schöpfer der Welt,
der uns geschaffen hat als Mann und Frau,
der uns in die Freiheit stellt,
Leben zu erhalten, Frieden zu fördern,
Sorge zu tragen für den Bestand der Erde,
dass die Menschen dieser Welt zusammen gehören
in Gleichheit und Gerechtigkeit.

Wir glauben an Jesus Christus, unseren Herrn,
geboren als Mensch in Israel von Maria,
erwählt, mit seinem Leben Gottes Nähe zu bezeugen,
er verkündete den Armen die Parteinahme Gottes,
den Gefangenen Freiheit,
den Blinden, dass sie sehen,
den Unterdrückten Befreiung;
er litt, wurde gefoltert und getötet am Kreuz
von den Mächtigen unter Pontius Pilatus,
auferweckt zum Leben und zur Hoffnung für alle,
er befreit und eint uns weltweit
ohne Rücksicht auf Entfernung,
inmitten kultureller und politischer Verschiedenheit
und entgegen aller Trennung
miteinander und füreinander zu leben
und ruft uns zum dienenden Zeugnis.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
die Kraft des neuen Lebens in Christus,
der auch uns und alle Verhältnisse ändert,
er uns reich macht mit Mannigfaltigkeit in Einheit,
der uns sendet mit dem Ziel,
alle Menschen in neuer Gemeinschaft zusammenzubringen
durch ihn selbst,
den in Vielfalt einen Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

Credo

Ich glaube an Gott den Vater,
die Allmacht der Liebe.
Er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde,
der Schöpfer des ganzen Universums
mit den Geheimnissen dieser Erde, auf der wir leben
und der Sterne, zu denen wir reisen.
Er kennt uns von Ewigkeit.
Er weiß, dass wir aus dem Staub dieser Erde gemacht sind
und einmal als Staub zu ihr zurückkehren werden.

Ich glaube an Jesus Christus,
Gottes geliebten Sohn.
Er hat aus Liebe zu uns allen
unser Dasein mit uns geteilt.
Er hat als Mensch unter uns gewohnt,
ein Licht in der Finsternis.
Aber die Finsternis konnte ihn nicht ergreifen.
Menschen haben ihn ans Kreuz geschlagen,
ihn zu Tode gequält und begraben.

Aber er ist auferstanden – ein für allemal.
Und ich glaube an sein Versprechen,uns nach seiner Auferstehung einen Platz im Haus seines Vaters zu bereiten,
wo wir zusammen mit ihm wohnen werden
für alle Zeit.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
der Herr ist und Leben schenkt,
der den Propheten unter uns Sprache, Kraft und Feuer ist.
Ich glaube, dass wir gemeinsam unterwegs sind,
um Gottes heiliges Volk zu werden.
Ich glaube an die Befreiung von allem Bösen.
Ich bekenne mich zum Auftrag Jesu,
ein Leben in Liebe zu allen Menschen zu leben.
Ich glaube daran, dass das Leben nie endet.
Ich glaube daran, dass die Liebe stärker ist als der Tod.
Ich glaube an einen neuen Himmel und an eine neue Erde,
an ein Leben mit Gott und miteinander – ohne Ende, bis in alle Ewigkeit.
Gottes Herrlichkeit sei Ehre
und Friede den Menschen.

Amen.

Frei nach E. Schillebeeckx, Christus und die Christen, in: Beten im Alltag, Aktion 365, S. 17