Texte aus dem Gottesdienst von und mit Pfarrerin Sperl

Hier können die Texte nachgelesen werden, die während des Gottesdienstes vorgelesen wurden.

Manchmal
für einen Augenblick halte ich ein, mitten im Trubel des Tages,
schließe meine Augen und meine Ohren
und bin einen Augenblick glücklich:
Ich bin nicht allein
du bist da, mein Gott!
Mittendrin

Christa Weiß

Manchmal
träume ich davon
dass ich nicht immer
nur blühen muss
sondern Zeit
Ruhe habe
um Kraft für neue Triebe
zu sammeln.

Andrea Schwarz

Vermächtnis des Bernhard von Clairvaux:
Bernhard von Clairvaux schreibt an seinen früheren Mönch Papst Eugen III:

„Wo soll ich anfangen? Am besten bei deinen zahlreichen Beschäftigungen, denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit Dir. Ich fürchte, dass du, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen, keinen Ausweg mehr siehst und deshalb Deine Stirn verhärtest; dass Du dich nach und nach des Gespürs für einen durchaus richtigen und heilsamen Schmerz entledigst. Es ist viel klüger Du entziehst dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem Du nicht landen willst. Du fragst, an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz hart wird. Frage nicht weiter, was damit gemeint sei; wenn Du jetzt nicht erschrickst, ist Dein Herz schon so weit. Wenn Du dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für die Besinnung vorsiehst, soll ich Dich da loben? Darin lob ich Dich nicht. Ich glaube, niemand wird dich loben, der das Wort Salomos kennt: “ Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit“ (Sir 38, 25). Und bestimmt ist es der Tätigkeit selbst nicht förderlich, wenn ihr nicht die Besinnung vorausgeht. (…) Denk als daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal.

Manchmal

Manchmal spricht ein Baum
durch das Fenster
mir Mut zu
leuchtet ein Buch
als Stern
auf meinen Himmel

Manchmal ein Mensch
den ich nicht kenne
der meine Worte erkennt

Rose Ausländer

Alltäglich denke ich viele Stunden lang
nicht an dich

Doch manchmal spüre ich
nur sekundenlang
du siehst mich

Dann wieder denke ich viele Stunden lang
nicht an dich

Lothar Zenetti

Laß es doch manchmal,
für einen Augenblick sein,
als ob wir gehen auf Flügeln –
so wie Menschen gehen
auf dem Weg zu einem Neubeginn.

Daß wir sehen, noch Zeit unseres Lebens,
einen Schimmer, einen Funken
deines Reiches des Friedens:
Menschen in Frieden.

Daß wir doch manchmal, für einen Augenblick wissen,
so sicher, wie es uns gibt,
daß dauern wird deine Treue,
und wer du sein wirst, einst,
in einem neuen Himmel,
auf einer neuen Erde,
wenn der Tod getötet ist:
Gott in Menschen.

Jetzt noch hat niemand
dich je gesehen.
Aber du wirst Gott sein,
neu und auf immer,
alles in allen.

Huub Oosterhuis

Engel des Lichtes

hast du
den Engel des Lichtes
gesehen
sanft
streift er
durch die Nächste der Welt
legt hier
seine Hand auf ein Stöhnen
blickt dort
voll Erbarmen
der Angst in die Augen
und sagt
den Schrei der Verzweiflung
sein lichtendes Wort
hast du
den Engel des Lichtes gesehen
hier war er
und dort
und doch überall
er streift durch die Nächte der Welt
und gräbt
in die Finsternis tief den Samen des ewigen Morgens
streut
Schweigen
in jegliche Not
hast du den Engel
des Lichtes
gesehen
er trägt
deine Nacht
in den Händen
du
findest ihn
immer
in dir

Annette Soete
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